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EPISODEN

Nicht alltägliche Begebenheiten

Nachdem auch Musikanten nur Menschen mit Gefühlen und manchmal unverständlichen Einfällen sind, kam es zu folgender Geschichte:

Es war im Jahre 1899. In Mils bei Hall war ein großes Feuerwehrfest, zu dem auch die Musikkapelle Aldrans eingeladen war. Man spielte abwechselnd mit anderen Kapellen beim Konzert. Als nun die Aldranser an der Reihe waren und den Marsch „Die Bosniaken kommen“ spielten, ging noch alles gut.

Aber gleich nachher waren die menschlichen Schwächen stärker als die Disziplin.

Vier Musikanten – Georg Thum, Nagiller Martin, …, die scheinbar schon während des Marsches eine schöne Maid sahen, der sie ihr Herz geschenkt hatten, packten ihre Instrumente und liefen querfeldein davon, dem Mädchen nach und waren für diesen Tag verschwunden. Natürlich war großer Ärger seitens der Zurückgebliebenen und am meisten wohl bei Kapellmeister Pichler.

Als dann in der Nacht die Musiker heimwärts zogen, sagte Blasius Pichler zu Hans Haselwanter beim Heraufgehen über das Haller Eck, dass er unter solchen Umständen die Kapellmeisterstelle zurücklegen werde. Hans Haselwanter redete ihm zu, es doch noch einmal zu versuchen.

Und weiter ging der Weg nach Aldrans unter heftigen Diskussionen, bis dann in Aldrans selbst der Höhepunkt dieser Episode erreicht wurde. Im Aldranser Hof, wo noch eingekehrt wurde, waren die vier Ausreißer wieder anzutreffen.

Das durch Bier und Wein geschürte Feuer loderte wieder hoch, und die Folge war eine totale Zerrüttung der Musikkapelle. Einige Musikanten wollten nicht mehr bei der Musik dabei sein, und um dies auch zu beweisen, verkaufte ein Musikant sein Instrument an den Wirt um 5 Gulden.

Als man streitend und zeternd nach Hause ging, zeigte noch ein Kamerad seinen Willen, sich von der Musik zu trennen, indem er seine Trompete derart auf das Dach des Schulhauses (heute Schwemberger Hans) warf, dass sie auf der anderen Seite als vollkommen deformiertes Stück „Etwas“ wieder herunterflog.

Als die Musikanten auf solch verschiedene Weise ihr Temperament kundgetan hatten, kühlten die Gemüter wieder ab, und unter Mithilfe der Väter der Betroffenen, welche zu Blasius Pichler gingen, um für ihre Sprösslinge ein gutes Wort einzulegen, wurde der „Karren“ wieder auf den rechten Weg gebracht. Das verkaufte Instrument wurde von der Musik zurückgekauft, die von der Höhe gefallene Trompete durch eine Neue ersetzt.

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Wie aus einer Lotterie zog die Aldranser Musik am 6. August 1958 den Haupttreffer, als sie telefonisch gebeten wurde, zum Empfang des Prinzen von Kuwait in ihrer Tracht auszurücken.

Obmann Franz Steffan machte zwar die Zusage, er müsse aber erst die Musikanten von Haus zu Haus verständigen. Von 35 Musikanten waren immerhin 27 zu Hause. Bald stand ein Omnibus am Dorfplatz, der die Musikanten nach Innsbruck brachte. Es war Eile über Eile geboten.

Vor dem Hotel Europa brachte die Musikkapelle dem Prinzen mit seiner Familie ein Ständchen dar. Daraufhin spendierte der Prinz Fhad Alsabah 1000 Dollar – damals ca. 25.000 Schilling, eine gewaltige Summe!

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In der österreichischen Schulordnung steht geschrieben, dass ein Maturaanwärter nicht wie im Schulalltag gekleidet erscheinen soll, sondern in dementsprechender Kleidung. 99,9% der Schüler in Österreicher kommen im Anzug zur Reifeprüfung. Unser erster Trompeter, Lutz Matthias, hat sich diesen Abschnitt genau durchgelesen und hat sich dementsprechend gekleidet, in der Musiktracht.

Besonders gut hat dies dem Direktor gefallen. Unser Matthias hat die Matura problemlos bestanden, die Musikkapelle hat sich mit ihm sehr gefreut und hat ihm einen Marsch als Belohnung gespielt.

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Stand: 23.10.2008